Bauschaden-Atlas Hersbruck

Welche Bauschäden auftreten, hängt in Hersbruck stark vom Stadtteil ab. Der Grund ist die Bauepoche. Ein Gründerzeit-Altbau versagt an anderen Stellen als eine Siedlung der 1970er Jahre oder ein Neubaugebiet der 1990er. Dieser Atlas fasst zusammen, welche Bausubstanz in welchem Stadtteil von Hersbruck dominiert und welche Schäden dort typischerweise auftreten.

Die Angaben dürfen mit Quellenangabe zitiert werden. Stand: Juli 2026.

Bauepochen und Schäden in Hersbruck im Überblick

StadtteilBauepocheBausubstanzHäufigster Schaden
Altstadt15. bis 18. Jahrhundert, einzelne Bauten dendrochronologisch bis in die 1470er Jahre datiertDenkmalgeschütztes Ensemble mit spätmittelalterlicher Befestigung, Stadtmauerresten, drei Toren, Zwinger und Graben. Zwei- bis dreigeschossige Giebelhäuser mit Fachwerk, teils sichtbar, teils verputzt, dazwischen Sandsteinquaderbauten. Im Nordosten liegt das Scheunenviertel mit einer Vielzahl alter Holz- und Fachwerkbauten, im Süden die Pegnitzinsel.Schwellenfäule und geschädigte Ständer am Fachwerk der Giebelhäuser, oft verborgen unter jüngeren Verkleidungen, Zementputzen und dichten Anstrichen
AltensittenbachKirchdorf mit Substanz des 16. bis 19. Jahrhunderts, Wohnbebauung der Nachkriegszeit und der GegenwartGrößter Ortsteil, 1976 eingemeindet, rund 2360 Einwohner, an der Mündung des Sittenbachs in die Pegnitz. Die Kirche St. Thomas wurde im 14. Jahrhundert aus Kalkstein errichtet und 1776 bis 1777 barockisiert. 1552 und 1553 wurde der Ort im Markgrafenkrieg nahezu vollständig zerstört, die heutige Bausubstanz stammt daher aus späteren Jahrhunderten. Bahnhof von 1873 und ein ehemaliges Gaswerk liegen auf Altensittenbacher Flur, am Rand entstehen neue Wohngebiete.Feuchte Keller und durchnässte Sockel im Mündungsbereich von Sittenbach und Pegnitz, wo der Grundwasserstand hoch steht
KühnhofenLändliche Bausubstanz des 17. bis 19. JahrhundertsKleines Dorf im Sittenbachtal auf rund 355 Metern Höhe, 1976 eingemeindet, rund 130 Einwohner. Ursprünglich fünf Höfe, heute noch stark landwirtschaftlich geprägt. Denkmalgeschützt sind eine Scheune, zwei Bauernhäuser und ein weiteres Wohngebäude aus Fachwerk und Bruchstein.Schwellen- und Deckenbalkenfäule an den Fachwerkteilen der alten Bauernhäuser und der Scheune
EllenbachWohnstallhäuser des 18. Jahrhunderts, Bauernhäuser des 19. Jahrhunderts, jüngere WohnhäuserDorf in Hanglage auf rund 390 Metern Höhe, 1972 eingemeindet, rund 480 Einwohner. Südlich erhebt sich der Arzberg mit 612 Metern, östlich der Deckersberg mit 586 Metern. Denkmalgeschützt sind zwei Wohnstallhäuser des 18. Jahrhunderts und ein Bauernhaus des 19. Jahrhunderts, gebaut aus Bruchstein und Fachwerk.Drückendes Hang- und Schichtenwasser an den bergseitigen Kellerwänden, weil Drainage und Abdichtung fehlen
WeiherWohnstall- und Wirtschaftsgebäude des 18. und 19. Jahrhunderts, jüngere WohnbebauungDorf am Weiherbach unterhalb des Reschenbergs auf rund 348 Metern Höhe, 1972 eingemeindet, rund 300 Einwohner. Die Pegnitz verläuft etwa 300 Meter nordöstlich, eine Straße verbindet den Ort mit dem Gewerbegebiet von Hersbruck. Drei Bauten stehen unter Denkmalschutz, darunter ein Wohnstallhaus des 18. Jahrhunderts.Hoher Grundwasserstand in der Pegnitzniederung mit feuchten Kellern und durchfeuchteten Bodenplatten
GroßviehbergLändliche Bausubstanz des 18. und 19. JahrhundertsKleiner Weiler auf der Hochfläche der Hersbrucker Alb, rund 508 Meter hoch gelegen, 1972 eingemeindet, rund 80 Einwohner. Landwirtschaftlich geprägt, denkmalgeschützt sind ein Wohnstallhaus und ein ehemaliges Hirtenhaus aus Jurakalk-Bruchstein. Markant ist der Wasserturm.Schlagregen- und Frostbelastung der exponierten Bruchsteinbauten auf der Hochfläche, in der Folge Frostabplatzungen und ausgewaschene Fugen

Die Stadtteile im Einzelnen

Welche Bauschäden sind in Altstadt typisch?

In Altstadt dominiert Denkmalgeschütztes Ensemble mit spätmittelalterlicher Befestigung, Stadtmauerresten, drei Toren, Zwinger und Graben. Zwei- bis dreigeschossige Giebelhäuser mit Fachwerk, teils sichtbar, teils verputzt, dazwischen Sandsteinquaderbauten. Im Nordosten liegt das Scheunenviertel mit einer Vielzahl alter Holz- und Fachwerkbauten, im Süden die Pegnitzinsel. aus der Zeit 15. bis 18. Jahrhundert, einzelne Bauten dendrochronologisch bis in die 1470er Jahre datiert. Der häufigste Schaden ist schwellenfäule und geschädigte Ständer am Fachwerk der Giebelhäuser, oft verborgen unter jüngeren Verkleidungen, Zementputzen und dichten Anstrichen. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:

  • Schwellenfäule und geschädigte Ständer am Fachwerk der Giebelhäuser, oft verborgen unter jüngeren Verkleidungen, Zementputzen und dichten Anstrichen
  • Feuchte Keller und Erdgeschosse in Pegnitznähe, wo der Grundwasserstand hoch steht und Hochwasser bis in die Bebauung reicht
  • Absanden, Salzausblühungen und Frostabplatzungen am Sandstein von Sockeln, Gewänden, Toren und Stadtmauerresten
  • Holzschädlingsbefall und Fäulnis in den Dachstühlen der Scheunen des Scheunenviertels, die weder beheizt noch regelmäßig kontrolliert werden

Postleitzahl 91217.

Welche Bauschäden sind in Altensittenbach typisch?

In Altensittenbach dominiert Größter Ortsteil, 1976 eingemeindet, rund 2360 Einwohner, an der Mündung des Sittenbachs in die Pegnitz. Die Kirche St. Thomas wurde im 14. Jahrhundert aus Kalkstein errichtet und 1776 bis 1777 barockisiert. 1552 und 1553 wurde der Ort im Markgrafenkrieg nahezu vollständig zerstört, die heutige Bausubstanz stammt daher aus späteren Jahrhunderten. Bahnhof von 1873 und ein ehemaliges Gaswerk liegen auf Altensittenbacher Flur, am Rand entstehen neue Wohngebiete. aus der Zeit Kirchdorf mit Substanz des 16. bis 19. Jahrhunderts, Wohnbebauung der Nachkriegszeit und der Gegenwart. Der häufigste Schaden ist feuchte Keller und durchnässte Sockel im Mündungsbereich von Sittenbach und Pegnitz, wo der Grundwasserstand hoch steht. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:

  • Feuchte Keller und durchnässte Sockel im Mündungsbereich von Sittenbach und Pegnitz, wo der Grundwasserstand hoch steht
  • Aufsteigende Feuchte und Salzschäden am Kalkstein- und Bruchsteinmauerwerk der Bauten im alten Ortskern
  • Altlastenverdacht auf den Flächen des ehemaligen Gaswerks und der bahnnahen Gewerbeflächen, weshalb Bodenuntersuchungen vor Bauvorhaben nötig sind
  • Schimmel an Fensterlaibungen und Raumecken in den Häusern des Neubaugebiets Hirtenbühl-West, wenn die dichte Gebäudehülle ohne geregelte Lüftung bleibt

Postleitzahl 91217.

Welche Bauschäden sind in Kühnhofen typisch?

In Kühnhofen dominiert Kleines Dorf im Sittenbachtal auf rund 355 Metern Höhe, 1976 eingemeindet, rund 130 Einwohner. Ursprünglich fünf Höfe, heute noch stark landwirtschaftlich geprägt. Denkmalgeschützt sind eine Scheune, zwei Bauernhäuser und ein weiteres Wohngebäude aus Fachwerk und Bruchstein. aus der Zeit Ländliche Bausubstanz des 17. bis 19. Jahrhunderts. Der häufigste Schaden ist schwellen- und Deckenbalkenfäule an den Fachwerkteilen der alten Bauernhäuser und der Scheune. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:

  • Schwellen- und Deckenbalkenfäule an den Fachwerkteilen der alten Bauernhäuser und der Scheune
  • Feuchte Bruchsteinsockel und Kellerwände in der Bachniederung des Sittenbachs
  • Befall der Dachstühle der Wirtschaftsgebäude durch Hausbock und Nagekäfer
  • Undichte Dachdeckungen und schadhafte Traufanschlüsse an den kaum noch genutzten Nebengebäuden

Postleitzahl 91217.

Welche Bauschäden sind in Ellenbach typisch?

In Ellenbach dominiert Dorf in Hanglage auf rund 390 Metern Höhe, 1972 eingemeindet, rund 480 Einwohner. Südlich erhebt sich der Arzberg mit 612 Metern, östlich der Deckersberg mit 586 Metern. Denkmalgeschützt sind zwei Wohnstallhäuser des 18. Jahrhunderts und ein Bauernhaus des 19. Jahrhunderts, gebaut aus Bruchstein und Fachwerk. aus der Zeit Wohnstallhäuser des 18. Jahrhunderts, Bauernhäuser des 19. Jahrhunderts, jüngere Wohnhäuser. Der häufigste Schaden ist drückendes Hang- und Schichtenwasser an den bergseitigen Kellerwänden, weil Drainage und Abdichtung fehlen. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:

  • Drückendes Hang- und Schichtenwasser an den bergseitigen Kellerwänden, weil Drainage und Abdichtung fehlen
  • Durchfeuchtete Wände in den ehemaligen Stallteilen der Wohnstallhäuser mit Erdanschluss und Salzbelastung
  • Frostschäden und ausgewaschene Fugen an Bruchstein- und Stützmauern in exponierter Hanglage
  • Setzungsrisse an Anbauten, die am Hang unterschiedlich tief und auf unterschiedlich tragfähigem Untergrund gegründet sind

Postleitzahl 91217.

Welche Bauschäden sind in Weiher typisch?

In Weiher dominiert Dorf am Weiherbach unterhalb des Reschenbergs auf rund 348 Metern Höhe, 1972 eingemeindet, rund 300 Einwohner. Die Pegnitz verläuft etwa 300 Meter nordöstlich, eine Straße verbindet den Ort mit dem Gewerbegebiet von Hersbruck. Drei Bauten stehen unter Denkmalschutz, darunter ein Wohnstallhaus des 18. Jahrhunderts. aus der Zeit Wohnstall- und Wirtschaftsgebäude des 18. und 19. Jahrhunderts, jüngere Wohnbebauung. Der häufigste Schaden ist hoher Grundwasserstand in der Pegnitzniederung mit feuchten Kellern und durchfeuchteten Bodenplatten. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:

  • Hoher Grundwasserstand in der Pegnitzniederung mit feuchten Kellern und durchfeuchteten Bodenplatten
  • Fäulnis an den Holzbauteilen der alten Wohnstall- und Wirtschaftsgebäude im dauerhaft feuchten Umfeld
  • Aufsteigende Feuchte in den Sockeln der Dorfhäuser, weil eine Horizontalsperre fehlt
  • Erschütterungsrisse an Gebäuden entlang der Zufahrt zum Gewerbegebiet durch den Schwerverkehr

Postleitzahl 91217.

Welche Bauschäden sind in Großviehberg typisch?

In Großviehberg dominiert Kleiner Weiler auf der Hochfläche der Hersbrucker Alb, rund 508 Meter hoch gelegen, 1972 eingemeindet, rund 80 Einwohner. Landwirtschaftlich geprägt, denkmalgeschützt sind ein Wohnstallhaus und ein ehemaliges Hirtenhaus aus Jurakalk-Bruchstein. Markant ist der Wasserturm. aus der Zeit Ländliche Bausubstanz des 18. und 19. Jahrhunderts. Der häufigste Schaden ist schlagregen- und Frostbelastung der exponierten Bruchsteinbauten auf der Hochfläche, in der Folge Frostabplatzungen und ausgewaschene Fugen. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:

  • Schlagregen- und Frostbelastung der exponierten Bruchsteinbauten auf der Hochfläche, in der Folge Frostabplatzungen und ausgewaschene Fugen
  • Aufsteigende Feuchte und Salzausblühungen im Jurakalk-Mauerwerk der Wohnstallhäuser
  • Fäulnis an Sparrenfüßen und Traufbereichen der wenig unterhaltenen Wirtschaftsgebäude
  • Wasser in Kellern und Nebengebäuden nach Starkregen, weil das Oberflächenwasser auf der verkarsteten Hochfläche schnell zusammenläuft

Postleitzahl 91217.

Was die Bausubstanz von Hersbruck prägt

  • Das Ensemble Altstadt besteht aus Fachwerk-Giebelhäusern des 15. bis 18. Jahrhunderts und Sandsteinbauten. Der Denkmalanteil ist hoch, energetische Eingriffe an den Fassaden sind nur eingeschränkt möglich.
  • Lage an der Pegnitz: In den Tallagen stehen Keller und Bodenplatten unter hoher Bodenfeuchte, Hochwasser reicht bis in die Bebauung.
  • Das Scheunenviertel im Nordosten der Altstadt ist ein großer Bestand an ungeheizten, wenig genutzten Holz- und Fachwerkbauten. Fäulnis und Holzschädlinge fallen dort oft erst spät auf.
  • Zwei Baugrundwelten: Im Pegnitztal steht Sandstein an, auf den Höhen der Hersbrucker Alb Jurakalk. Mauerwerksarten und Schadensbilder unterscheiden sich entsprechend deutlich zwischen Kernstadt und den Ortsteilen auf der Alb.
  • Die ländlichen Ortsteile bringen Wohnstallhäuser, Scheunen und Stallgebäude mit, die zunehmend zu Wohnraum umgebaut werden, häufig ohne belastbares Feuchtekonzept.

Warum die Bauepoche über die Schäden entscheidet

Jede Bauepoche hat ihre Schwachstellen, und sie wiederholen sich. Fachwerk versagt an der Schwelle, Sandstein sandet ab, Gründerzeitbauten leiden an Holzbalkenköpfen und aufsteigender Feuchte, Nachkriegsbauten an Wärmebrücken und Flachdächern, Neubauten an Restfeuchte und zu dichter Gebäudehülle. Wer weiß, in welcher Epoche ein Haus gebaut wurde, weiß, wo er zuerst hinschauen muss.

Was eine Begutachtung kostet, steht im Ratgeber: Was kostet ein Bausachverständiger? Der Stundensatz liegt zwischen 90 und 180 Euro, die Gesamtkosten beginnen bei 750 Euro und richten sich nach Objekt und Umfang.

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